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Blitzmarathon: Nur sieben Länder nahmen teil - NRW schafft ihn sogar ab

Einst in NRW erfunden, dann europaweit kopiert: Der Blitzmarathon. Nun schafft die NRW-Landesregierung die Kontrollaktion wieder ab. Doch wie wird sie in Zukunft gegen Raser vorgehen? AdmiralDirekt.de verrät es Ihnen.

2012 wurde der Blitzmarathon von NRW-Innenminister Jäger (SPD) mit dem Zweck eingeführt, 24 Stunden lang auf die Gefahren von Tempoüberschreitungen aufmerksam zu machen, denn Raserei ist in Deutschland die Hauptursache für Verkehrsunfälle.

Doch nun möchte die neue Landesregierung den Blitzmarathon abschaffen. Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte gegenüber der Westdeutschen Zeitung „Das Thema ist durch.“

Diese Entscheidung traf auch auf Zustimmung der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Wir haben den Blitzer-Marathon von Beginn an kritisiert, weil zu Anfang sämtliche Kräfte für 24 Stunden gebunden waren“ erklärte der GdP-Landeschef Plickert der Bild-Zeitung. Parallel zur diesjährigen Kontrollaktion fand der Bundesparteitag der AfD in Köln statt. Dieser verlangte ein hohes Polizeiaufkommen ab. Aus diesem Grund wurde der NRW-Blitzmarathon abgesagt.

Kritik: Kein dauerhafter Effekt

Ein häufig diskutierter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass sich Autofahrer auf den Blitzmarathon einstellen können. Am Tag der Großkontrolle fahren viele angepasst, am nächsten Tag drücken sie wieder auf das Gaspedal. Da stellt sich so mancher die Frage nach dem Sinn.

Nur sieben von sechzehn Ländern nahmen in diesem Jahr an der Aktion teil. und begründeten dies damit, dass sie aufgrund von Terrorgefahr und Flüchtlingskrise nicht genügend Polizeikräfte bereitstellen können. So scheint es, dass das Interesse an der Aktion allmählich abflacht.

Die Bilanz: Mit 140 km/h durch die City!

Die Radarfalle schnappte dennoch kräftig zu. Der Focus berichtet über einen Raser, der in der Leipziger Innenstadt mit 140 Kilometern pro Stunde erwischt wurde - dabei sind dort nur 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Die diesjährige Kontrollaktion erfolgte im Rahmen des Speedmarathons der TISPOL (europäische Netzwerk der Verkehrspolizei). Eine vorläufige Auswertung ergab: Rund 10.500 Polizeibeamte in 16 Ländern waren an 8.300 Kontrollstellen im Einsatz.

über eine Million Fahrzeuge wurden überprüft, 19.600 Delikte wurden aufgenommen. Rund 62.000 PKW wurden geblitzt.

In Bayern wurden beispielsweise wurden rund 230.000 Fahrzeuge gemessen, davon gingen 9.000 Temposünder ins Netz.

Beim Blitz-Marathon 2016 wurden deutschlandweit circa 72.000 Temposünder erwischt.

Wie und wo wird künftig kontrolliert?

In NRW hat sich die schwarz-gelbe Regierung im Koalitionsvertrag darauf geeinigt künftig in Form unangekündigter Kontrollen gegen Raser vorzugehen. Der Blitzermarathon sei nicht geeignet, dauerhaft für eine bessere Verkehrssicherheit zu sorgen.

Ob die anderen Länder die Aktion auch einstellen, bleibt abzuwarten.

Die Polizei an einer Kontrollstelle während des Blitz-Marathons.
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