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Im Schadenfall
02.12.2021

Blitzeis: Autofahren auf glatten Straßen

Blitzeis ist tückisch. Es kommt plötzlich und damit unerwartet – das macht es besonders gefährlich! 2020 gab es laut Statistischem Bundesamt etwa 7.400 Unfälle in Folge von Glätte durch Regen, Schnee und Eis. In diesem Artikel erklären wir, was Sie auf spiegelglatten Straßen beachten müssen und welche Versicherung bei einem Unfall haftet.

Autos fahren auf Blitzeis und glatter Straße.

Wie verhalte ich mich bei Blitzeis?

Wenn Sie trotz Blitzeis-Gefahr mit dem Auto fahren müssen, orientieren Sie sich an folgenden Tipps, um möglichst sicher zu fahren:

  • Verringern Sie die Geschwindigkeit und vergrößern Sie den Abstand zu Ihrem Vordermann.
  • Langsam und kontrolliert bremsen: So verhindern Sie, dass Ihre Reifen durchdrehen und Sie die Spur verlieren.
  • Gaspedal nicht durchtreten und vorsichtig Gas geben.
  • Nicht gleichzeitig lenken und Gas geben, sondern nacheinander.
  • Vorsichtige Lenkvorgänge durchführen. Die halten Ihren Wagen in der Spur.
  • Untertourig fahren: Schalten Sie so früh wie möglich in den nächsthöheren Gang, damit die Antriebsräder nicht durchdrehen.
  • Legen Sie beim Anfahren den zweiten Gang ein, sodass die Reifen sicheren Halt haben.
Symbol Tipp: Glühbirne

Bevor Sie losfahren: Informieren Sie sich an Tagen mit wechselnden Temperaturen um die null Grad Celsius über die aktuellen Straßenverhältnisse. Wenn die Nachrichten vor Blitz- und Glatteis warnen, ist es ratsam, das Auto stehen zu lassen. Mit steigender Außentemperatur schwindet die Glätte auf der Fahrbahn und es ist sicherer auf der Straße. Können Sie nicht auf Ihren Pkw verzichten, helfen die oben genannten Punkte. In unserem großen Wintercheck erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihr Auto fit für die kalte Jahreszeit machen.

Wer haftet bei Blitzeis?

Wenn Sie auf glatter Fahrbahn ins Rutschen geraten und einen Unfall verursachen, übernimmt die Vollkaskoversicherung den Schaden an Ihrem PKW, sofern dies vertraglich vereinbart wurde. Anders als Sturmschäden und Hagel, zählen Glatt- und Blitzeis zur Kategorie "Unfallschäden am eigenen PKW" und gelten nicht als höhere Gewalt. Der Autofahrer trägt grundsätzlich die Verantwortung für Schäden, die einem Dritten zugefügt werden und haftet für diese. Die Regulierung des Schadens wird dann von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen.

Wer zahlt bei einem unverschuldeten Unfall?

Jeder Autofahrer muss seine Fahrweise den Witterungsverhältnissen entsprechend anpassen und mit den Fahrfehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Bei Geschädigten von einem Glatteisunfall ist eine Mithaftung immer zu prüfen.
Beachten Sie:
Ein an einem Verkehrsunfall beteiligter Fahrer kann sich aus der Haftung "befreien", wenn es sich für ihn um ein unabwendbares Ereignis handelt. Von einem unabwendbaren Ereignis spricht man, wenn dieses nicht auf technischem Versagen des Fahrzeuges beruht und der Kfz-Führer jede nach den Umständen gebotene Sorgfalt angewandt und sich wie der Idealfahrer verhalten hat.
Als Idealfahrer wird ein geistesgegenwärtiger und verantwortungsbewusster Pkw-Fahrer bezeichnet. Er zeichnet sich durch sachgemäßes und korrektes Handeln im Straßenverkehr aus. Hierbei berücksichtigt er in seinem Handeln auch stets die Witterungsverhältnisse.

Wie erkenne ich eine glatte Straße?

Eine glatte Fahrbahn erkennen Sie wie folgt:

  • Die Straßenoberfläche spiegelt sich im Scheinwerferlicht.
  • Die Antriebsräder Ihres Wagens drehen durch.
  • Sie können Ihr Fahrzeug ungewohnt leicht führen.
  • Die Abrollgeräusche Ihres Wagens werden leiser.

Verringern Sie in diesen Fällen unbedingt die Geschwindigkeit und vermeiden Sie abrupte Bremsmanöver.

Das Schild warnt vor Schnee- und Eisglätte.

Gefahrenschild Schnee- und Eisglätte

Dieses Verkehrszeichen weist darauf hin, dass Sie auf einer Straße fahren, auf der Glätte und Blitzeis vermehrt auftreten. Fahren Sie an diesen Stellen besonders vorsichtig und achtsam.

Bremsen bei Blitzeis: Das müssen Sie beachten

Autofahrer können beim Bremsen auf Glatt- und Blitzeis leicht die Kontrolle über ihren Wagen verlieren. Oberstes Gebot ist es daher, den Abstand zu vergrößern, wenn es glatt wird.

Keinesfalls sollten Sie panisch bremsen, sondern lieber vom Gas gehen und langsam auf die Bremse treten. Vermeiden Sie starke und ruckartige Lenkbewegungen, denn auf Eis verliert man schnell das Gefühl für die richtige Position der Vorderräder. Sind die Reifen erst einmal voll eingeschlagen, können die Sicherheitssysteme ABS und ESP nicht mehr richtig wirken.

Das Antiblockiersystems (ABS) soll verhindern, dass die Reifen beim Bremsen blockiert werden. Es sorgt dafür, dass der Fahrer die Kontrolle über sein Auto behält. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) verhindert, dass das Fahrzeug ins Schleudern gerät oder ausbricht. Es bremst einzelne Räder gezielt ab und dient als Erweiterung des Antiblockiersystems, um die Fahrzeugsicherheit zu erhöhen.

Wenn Ihr Auto mit dem ABS-System ausgestattet ist, treten Sie die Bremse bei Glätte voll durch. Bei einem Wagen ohne ABS-System sollten Sie die Bremse im Wechsel betätigen und dann kurz lösen, um nicht ins Schleudern zu geraten.

Welche Reifen brauche ich bei Blitzeis?

Bei winterlichen Bedingungen mit Glätte, Schnee und Matsch sind Winter- oder Ganzjahresreifen mit „Alpine“-Symbol vorgeschrieben. Weitere Informationen über die Bereifung Ihres Wagens finden Sie in unserem Ratgeber Winterreifen im Sommer. Um Bußgelder zu vermeiden, denken Sie an das rechtzeitige Reifen wechseln im Herbst und im Frühjahr.

Bußgelder durch falsche Bereifung bei Blitzeis

Wenn Sie bei Blitzeis mit den falschen Reifen erwischt werden, kommen neben einem Punkt in Flensburg folgende Sanktionen dazu:

  • Wenn Sie im Winter auf Sommerreifen fahren, erwartet Sie ein Bußgeld von 60 Euro.
  • Stellen Sie durch die falsche Bereifung eine Behinderung dar, drohen Strafen in Höhe von 80 Euro.
  • Gefährden Sie sich und weitere Verkehrsteilnehmer, werden 100 Euro fällig.
  • Verursachen Sie einen Unfall, sind es 120 Euro Strafgebühr.

Was ist der Unterschied zwischen Glatteis und Blitzeis?

Wenn bei Temperaturen über null Grad Celsius Pfützen auf der Fahrbahn entstehen und die Temperatur dann unter den Gefrierpunkt absinkt, entsteht Glatteis.

Wenn wiederum Regen auf eine kalte Fahrbahnoberfläche unter null Grad Celsius fällt, gefriert das Wasser und wird zu Blitzeis. Dabei kann die Lufttemperatur auch höher als der Gefrierpunkt sein, der Boden ist meist kühler. Blitzeis breitet sich schneller auf der Straße aus als Glatteis. Beide Witterungen sind ein Risiko im Straßenverkehr, weshalb Sie – wenn möglich – die Autofahrt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben sollten.

Wann entsteht Blitzeis?

Blitzeis bildet sich überwiegend am frühen Morgen und in den späten Abendstunden. Trifft Nebel auf eine gefrorene Fahrbahnoberfläche, kann ebenfalls Blitzeis entstehen. Alles rund um das Thema Autofahren bei Nebel erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wo ist Blitzeis besonders häufig?

Vorsicht ist insbesondere auf Brücken und in Gebieten mit Schattenflächen, wie z.B. in Waldstücken, geboten. Hier gilt ein erhöhtes Blitzeisrisiko. An diesen Stellen ist die Oberflächentemperatur der Straße niedriger als in anderen Bereichen, sodass Wasser sofort gefriert.

Wir wünschen Ihnen eine allzeit gute und sichere Fahrt!

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