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News: Auto & Verkehr
05.11.2021

News für Autofahrer 2021/2022

2021 gab es viele Änderungen für Autofahrer: Neuer Bußgeldkatalog, horrende Spritpreise, höhere Kfz-Steuer für Verbrennungsmotoren u.v.m. Hier erfahren Sie, was sich für Sie ändert und was Sie 2022 beachten müssen.

Rasern geht es an den Kragen. Die Bußgelder wurden 2021 erhöht.

Neuer Bußgeldkatalog

Der Bundesrat hat einem neuen Bußgeldkatalog zugestimmt. Ab 09. November 2021 gelten folgende Regeln:

  • Wer innerorts mit 16 - 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung erwischt wird, wird künftig mit 70 Euro zur Kasse gebeten. Wer außerorts mit 26 - 30 km/h zu viel auf dem Tacho erwischt wird, muss 150 Euro zahlen und riskiert einen Punkt in Flensburg.
  • Für das unerlaubte Nutzen sowie Nichtbilden einer Rettungsgasse sind ein Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot fällig.
  • Wer sein Auto im allgemeinen Halte- oder Parkverbot abstellt, muss mit einem Verwarnungsgeld von bis zu 55 Euro rechnen.
  • Die Strafe für rechtswidriges Parken an engen oder unübersichtlichen Straßenstellen bzw. im Bereich einer scharfen Kurve wird ebenfalls auf 55 Euro erhöht.
  • Verbotswidriges Parken auf Geh- und Radwegen, das unerlaubte Halten auf Schutzstreifen sowie das Parken und Halten in zweiter Reihe werden auf bis zu 110 Euro angezogen.
  • Unberechtigtes Parken auf einem Schwerbehindertenparkplatz wird nun mit 55 Euro sanktioniert.
  • Unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene und Carsharingfahrzeuge wird mit einem Verwarnungsgeld von 55 Euro geahndet.
  • Halt- oder Parkverstößen auf Bussonderstreifen und im Haltestellenbereich kosten nun bis zu 100 Euro.
  • Auto-Posing, also das Verursachen unnötigen Lärms und einer vermeidbaren Abgasbelästigung, sowie das belästigende unnütze Hin- und Herfahren, wird mit bis zu 100 Euro bestraft.

Achtung: Außerhalb Deutschland gelten oftmals andere Vorschriften. Informieren Sie sich deshalb vor Ihrer Reise über Verkehrsregeln und Bußgelder im Ausland.

Bußgelder für zu schnelles Fahren mit Pkw

Neuer Bußgeldkatalog 2021

Erhöhte Spritpreise

Während der Corona-Krise 2020 waren die Spritpreise sehr gering, unter anderem aufgrund der Absenkung der Mehrwertsteuer. Seit Januar 2021 ist Tanken in Deutschland deutlich teurer geworden. Grund dafür sind ein erhöhter Mehrwertsteuersatz und Ölpreis, sowie der Kohlendioxid-Aufschlag (CO2-Steuer). Laut Mineralölwirtschaftsverband waren 2021 circa sieben Cent des Anstiegs auf die CO2-Steuer, und etwa drei Cent auf den erhöhten Mehrwertsteuersatz zurückzuführen. Der überwiegende Rest sei mit dem erhöhten Ölpreis zu begründen. 2022 wird sich die CO2-Steuer um circa acht Cent auf den Spritpreis auswirken. Grund für die Abgabe ist die geplante Klimawende, die Deutschland bis 2050 verpflichtend erreichen muss. Fossile Energien werden seither pro verbrauchter Tonne CO2 mit einem Festpreis von 25 Euro besteuert. Danach steigt der Preis schrittweise auf 55 Euro im Jahr 2025 an. 2022 wird der Preis bei 30 Euro pro Tonne liegen. Im Klartext bedeutet das:

  • Der Literpreis für Benzin ist im Vergleich zum Vorjahr um circa 45 Cent gestiegen.
  • Der Dieselpreis wurde um rund 40 Cent pro Liter erhöht.
Symbol Tipp: Glühbirne

Ein Vergleich der Spritpreise empfiehlt sich derzeit mehr denn je. Sparen können Sie, wenn Sie zwischen 18 und 22 Uhr zur Tankstelle fahren. Zu diesen Zeiten ist der Kraftstoff meistens am günstigsten.

Pendlerpauschale wird erhöht

Im Gegenzug zu den höheren Tankkosten erhalten Berufspendler seit dem Jahresanfang 2021 eine erhöhte Pendlerpauschale. Diese gilt auch im Jahr 2022. Bis 20 km gibt es 30 Cent, ab dem 21. Kilometer 35 Cent. 2024 sollen Pendler ab dem 21. Kilometer 38 Cent pro Kilometer erhalten.

Wichtig: Denken Sie auch daran, dass Sie Ihren Führerschein umtauschen müssen. Für die ersten Führerscheininhaber rückt die Frist in greifbare Nähe. Stichtag ist der 19.01.2022.

Höhere Kfz-Steuer für Verbrennungsmotoren

Die Kfz-Steuer für erstmalig zugelassene Diesel und Benziner richtet sich ab dem 01.01.2021 verstärkt nach den Emissionswerten. Die Steuer erhöht sich stufenweise:

  • Ab einem CO2-Ausstoß von 96 Gramm pro Kilometer zahlen Sie zwei Euro pro Kilometer.
  • Ab einem Wert von 116 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer zahlen Sie vier Euro pro ausgestoßenem Gramm CO2 je Kilometer.
  • Fahrer besonders emissionsarmer Autos - bis zum Schwellenwert von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer - erhalten bis Ende 2024 einen Steuerfreibetrag von 30 Euro.
  • Reine Elektrofahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2025 erstmals zugelassen werden, sind weiterhin von der Kfz-Steuer befreit.

Damit bewirkt das Bundesfinanzministerium, dass Autokäufer bei der Anschaffung eines Pkw verstärkt auf einen niedrigen Schadstoff-Ausstoß achten. Ein weiterer Faktor bei der Besteuerung ist der Hubraum. Dieser bleibt 2021 jedoch unverändert.

News für Fahrschüler

Während begleitetes Fahren bereits seit 2011 gängige Praxis ist, gibt es ab dem 1. April 2021 folgende Änderungen für Fahrschüler: Wer die praktische Fahrerlaubnisprüfung für den Führerschein der Klasse B in einem Automatikauto absolviert hat, kann künftig unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem einen Schaltwagen fahren. Diese besondere Regelung gilt dann, wenn der Fahrschüler zehn weitere Fahrstunden mit einem Pkw mit Schaltgetriebe nachweisen kann und dies von seiner Fahrschule nach erfolgreicher Testfahrt bescheinigt wird.

Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP)

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung. Durch die bundesweite harmonisierte und digitalisierte Führerscheinprüfung sollen Daten aus allen Prüfungen anonymisiert erfasst werden und dabei helfen, Ausbildung und Prüfungen zu verbessern. Durch die Modernisierung der Fahrerlaubnisprüfung können die Prüfer die Absolventen digital auf einem Tablet bewerten. Die Prüfungsdokumentation kann direkt im Anschluss an die Fahrprüfung via QR-Code auf das Smartphone geladen werden. Die Prüfung dauert etwa zehn Minuten länger und gilt für alle Fahrerlaubnisklassen.

Hauptuntersuchung – braune Plakette

Wenn Ihr Fahrzeug eine braune Plakette besitzt, muss es ab 2022 zur Hauptuntersuchung (HU). Besteht es diese, erhält es eine grüne Plakette und muss dann erst wieder 2024 zum TÜV.

Änderungen in der Kfz-Versicherung

Für über neun Millionen Autofahrer ändert sich die Regionalklasse. 4,2 Millionen Autofahrende wechseln in eine bessere und circa fünf Millionen Personen werden in eine höhere Regionalklasse eingestuft. Folglich müssen sie mit einem höheren Kfz-Versicherungsbeitrag rechnen.

Zusätzlich ergibt sich für etwa elf Millionen Autofahrende eine Anpassung der bisherigen Typklasse. 4,3 Millionen Autofahrer werden besser eingestuft, über sieben Millionen Fahrer zahlen einen teureren Versicherungsbeitrag aufgrund der höheren Typklasse.

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