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Autokauf & Zulassung
29.06.2022

Wallbox: Wissenswertes für Mieter, Eigentümer und Vermieter

Elektroautos werden immer beliebter. Doch die Stromer müssen auch geladen werden – und das geht am einfachsten zu Hause. Für Hauseigentümer stellt die Installation einer eigenen, privaten Ladestation in der Regel kein Problem dar. Bei Wohnungsmietern oder -eigentümern hingegen kann es etwas schwieriger werden, denn sie brauchen das Einverständnis des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Rechte Mieter und Vermieter bei der Installation einer Wallbox haben und was Sie bei der Wahl der Elektroauto-Versicherung beachten sollten.

Mieter und Wohnungseigentümer haben Anspruch auf eine Wallbox.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Mieter und Wohnungseigentümer haben Anspruch auf eine eigene Ladestation für ihr E-Auto.
  • Vermieter oder die Eigentümerversammlung dürfen die Installation ablehnen, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
  • Private Ladestationen werden vom Staat nicht mehr bezuschusst.
  • Die Wallbox sollte in Ihrer Kfz-Versicherung mitversichert sein.

Hat der Mieter Anspruch auf eine Wallbox?

Zur Förderung von Elektromobilität sind Eingriffe in das Wohnsegment notwendig. Seit dem 01.12.2020 gilt das Gesetz zur Modernisierung von Wohneigentum ( WEMoG). Dies führte zu einer Überarbeitung des Mietrechts, sodass jeder Mieter oder Wohnungseigentümer eine Genehmigung für die Installation einer Ladestation beantragen kann. In §20 Absatz 2 heißt es u.a.:

„Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge dienen. Über die Durchführung ist im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung zu beschließen.“

Während das WEMoG für Wohnungseigentümer gilt, finden Mieter ihren rechtlichen Anspruch auf eine eigene Ladestation im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Auch hier wurden entsprechende Gesetze angepasst. In §554 BGB Absatz 1 steht:

„Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die […] dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge […] dienen.“

Der Mieter oder Wohnungseigentümer braucht für den Einbau einer privaten Wallbox die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. Außerdem darf die Ladestation nur auf Parkplätzen oder in Garagen installiert werden, die zur Miet- oder Eigentumswohnung gehören.

Kann der Vermieter eine Wallbox verbieten?

Der Vermieter kann den Wunsch eines Mieters nach einer privaten Ladestation nicht einfach ablehnen. Aber: Bei dem Einbau einer Wallbox handelt es sich um bauliche Veränderungen der Mietsache. Steht das Mietobjekt beispielsweise unter Denkmalschutz, darf der Vermieter den Einbau verweigern.

Genehmigung Wallbox-Installation

Bevor Sie Ihren Vermieter kontaktieren, ist es ratsam, herauszufinden, ob Ihre Nachbarn ebenfalls Interesse an einer Ladestation haben. Ist dies der Fall, stärken Sie damit Ihre Position.

Beispiel für den Genehmigungsablauf

  1. Vermieter informieren

    Finden Sie in einem persönlichen Gespräch heraus, ob möglicherweise ein gemeinsames Interesse an der Installation einer Ladestation besteht. Gegebenenfalls können Sie damit sogar über eine Kostenaufteilung sprechen.

  2. Stromleitungen prüfen lassen

    Um die verfügbare Stromleistung am gewünschten Stellplatz prüfen zu lassen, müssen Sie einen Elektriker beauftragen. Der Elektriker kann eine Lastgangmessung durchführen. Dabei wird der Bedarf an Hausstrom über einen bestimmten Zeitraum gemessen. Mit Hilfe der Informationen können Sie sich dann über geeignete Ladestationen informieren. Es ist gut, bereits mögliche Optionen in Ihrem Antrag zu benennen.

  3. Antrag stellen

    Im Antrag sollten die Vor- und Nachteile, sowie die Kosten aufgeführt werden. Je nachdem, ob Sie in einer Miets- oder Eigentumswohnung wohnen, gilt es, verschiedene Fristen zu beachten.

    Mieter in einem Mietshaus können den Antrag jederzeit bei Ihrem Vermieter stellen, ohne Fristen beachten zu müssen.

    Als Eigentümer müssen Sie den Antrag zur nächsten Eigentümerversammlung einreichen.

    Mieter in einer Eigentumswohnung müssen den Antrag ebenfalls zur nächsten Eigentümerversammlung einreichen.

  4. Beschlussfassung

    Der Vermieter oder die Eigentümerversammlung entscheiden über die Gestaltung der Lademöglichkeiten.

  5. Installation

    Bevor die Ladestation installiert wird, muss der Netzbetreiber informiert und seine Genehmigung eingeholt werden. In der Regel übernimmt dies der beauftragte Elektrofachbetrieb.

  6. Abrechnung

    Jetzt können Sie Ihr Elektroauto von zu Hause aus laden. Wie der Strom abgerechnet wird, klären Sie mit dem Vermieter oder den Miteigentümern.

Symbol Tipp: Glühbirne

Tipp: Ein Vergleich lohnt sich. Einige Stromanbieter bieten günstigere Autostromtarife an.

In einigen Ladestationen ist übrigens das Smart Charging Konzept integriert. Damit wird die an einem Ort verfügbare Stromkapazität gleichmäßig aufgeteilt. Außerdem können Sie mit Smart Charging Kosten sparen, indem Ihr E-Auto dann lädt, wenn der Strom günstig ist. Weitere Infos erhalten Sie in unserem Artikel E-Auto laden.

Symbol Bonuszahlung: Geld in der Hand

Wer bezahlt die Wallbox: Mieter oder Vermieter?

Trägt der Mieter die Kosten für Kauf und Installation einer Wallbox, so geht die Ladestation in sein Eigentum über und nur er ist berechtigt, diese zu nutzen. Bei einem Auszug kann der Mieter die Ladestation entweder mitnehmen oder an den Nachmieter verkaufen. Da eine Wallbox den Immobilienwert steigert, empfiehlt es sich, über eine Kostenaufteilung mit dem Vermieter zu sprechen.

Der Vermieter kann sich an den Kosten beteiligen, verpflichtet ist er dazu aber nicht.

Bei Wohnungseigentümern sieht das etwas anders aus. Gemäß §21 WEMoG muss der Eigentümer die Kosten für Kauf und Installation einer Wallbox tragen. Auch hier gilt das Argument der Wertsteigerung, weshalb es sich lohnt, über eine Kostenaufteilung mit Miteigentümern zu sprechen.

Wallbox für mehrere Mieter

Wohnungseigentümer können eine Verteilung der Kosten und Nutzungen beschließen. So können sich mehrere Mieter oder Eigentümer eine Wallbox teilen. Gleichzeitig sinken die Kosten für die einzelnen Nutzer.

Wallbox-Mieter: Was gilt bei Auszug?

Der Vermieter kann beim Auszug den Rückbau der Ladestation fordern. Neben der sichtbaren Ladestation zählen dazu auch die in der Wand verlaufenden Kabel. Treffen Sie bereits vor der Installation der Wallbox eine Vereinbarung und halten Sie diese schriftlich fest. Sollte es dennoch zu einem Konflikt mit Ihrem Vermieter kommen, erhalten Sie Hilfe bei Ihrer Rechtsschutzversicherung.

Wie versichere ich meine Wallbox?

Achten Sie darauf, dass Ihre Autoversicherung Ihre Wallbox mitversichert. Bei AdmiralDirekt sind Ladestationen über alle Kasko-Tarife in Basis, Komfort und Premium abgedeckt.

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FAQ zu Ladestationen für Mieter und Eigentümer

Darf ich die Wallbox selbst installieren?

Nein. Die Installation muss durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen. So ist es in § 13 Nieder­spannungs­anschluss­verordnung geregelt.

Wandladestation: Welche technischen Voraussetzungen gibt es für die Installation?

In vielen Wohnhäusern ist ein Lastmanagementsystem erforderlich, das den Stromverbrauch steuert, indem es die gesamte Ladeleistung auf die zu ladenden Autos verteilt.

Auch sollte der Verteilerkasten genügend Raum für weitere Sicherungen und Stromzähler bieten oder ausgebaut werden können. Das sollte der beauftragte Elektriker überprüfen.

Werden Wallboxen gefördert?

Seit Oktober 2021 ist das Förderprogramm für private Ladestationen ausgeschöpft. Über eine erneute Förderung ist aktuell nichts bekannt. Für den Kauf eines Elektroautos erhalten Sie weiterhin Prämien. Welche genau das sind, lesen Sie in unserem Artikel Vor- und Nachteile von E-Autos.

Wo kann ich mich über die Installation einer Wallbox informieren?

Beratung finden Sie bei Ihren lokalen Netzbetreibern oder bei Elektromobilitätsberatern.

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