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Autopflege & Wartung
22.06.2021

Reifen wechseln - Anleitung zum selber machen

Zweimal im Jahr heißt es für die meisten Autofahrer „Reifen wechseln“. Wer sich das Geld für einen professionellen Radwechsel sparen möchte, findet in unserem Ratgeber eine ausführliche Anleitung. Erfahren Sie auch, wann der perfekte Zeitpunkt für den Reifenwechsel ist, was Sie dazu benötigen, welche Alternativen es gibt u. v. m.

Junger Mann beim Reifenwechsel.

Wann sollte man die Reifen wechseln?

In Deutschland besteht eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass Sie bei Schnee, Matsch, Glätte und Eis mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Als zeitliche Orientierung für den Reifenwechsel dient die O bis O Formel: von Oktober bis Ostern. Ab Ostern sollte dann auf Sommerreifen zurückgegriffen werden.

Geld sparen können Sie zudem, wenn Sie den Radwechsel Ihres Autos selber vornehmen. Dabei sind Sie zeitlich flexibel und sparen sich mögliche Wartezeiten in Werkstätten. Mit der folgenden Anleitung ist der selbstständige Reifenwechsel auch gar nicht so schwer:

Was braucht man zum Reifen wechseln?

Folgende Werkzeug-Checkliste dient dem Überblick für einen Reifenwechsel:

  • Stabiler Wagenheber
  • Einen Unterstellbock
  • Ein Radkreuz
  • Eine Drahtbürste
  • Einen Schlüssel für das Felgenschloss
  • Einen Drehmomentschlüssel
  • Schutzhandschuhe
  • Kreide

Tipps vor dem Reifenwechsel:

Achten Sie auf die Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs. Diese verrät u.a., wo sich der Wagenheber im Auto befindet und wie man ihn verwendet. Beim regelmäßigen, eigenständigen Radwechsel ist es empfehlenswert, in einen stabilen Hydraulikwagenheber zu investieren. Bereits verwendete Reifen sollten auf defekte Stellen überprüft werden und das Gewinde der Schraubverbindungen rostfrei und sauber sein, gegebenenfalls sollten Sie sie mit der Drahtbürste reinigen.

Wie wechsle ich meine Autoreifen?

Für einen sicheren und richtigen Reifenwechsel sollte das Auto auf einer ebenen Fläche stehen. Beachten Sie folgende Schritte:

  1. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen. Bei einem Automatik-Fahrzeug den Hebel auf Parken (P) stellen.
  2. Mit Kreide die Lauffläche auf den Pneus markieren, um die Position des Reifens zu kennzeichnen. Zum Beispiel „HR“ für „Hinten rechts“ und „VL“ für „Vorne links“.
  3. Mit dem Radkreuz alle Radschrauben um eine Viertelumdrehung lösen.
  4. Den Wagenheber an der richtigen Stelle positionieren und das Auto soweit anheben, bis sich der zu wechselnde Reifen in der Luft befindet. Achten Sie hierbei auf die Angaben in der Bedienungsanleitung.
  5. Die Schrauben nun komplett mit dem Radkreuz herauslösen und den Reifen abnehmen. Schrauben sollten Sie am besten kreuzweise lösen: Lockern Sie zuerst eine Schraube, dann die diagonal gegenüberliegende usw., bis Sie den Reifen abnehmen können.
  6. Montieren Sie nun die neuen Reifen an Ihrem Auto. Die Schrauben ebenfalls kreuzweise anbringen und mit dem Radkreuz zunächst leicht anziehen. Die Reifen, die während der vorherigen Saison vorne waren, müssen nun hinten angebracht werden. Links gefahrene Reifen bleiben allerdings auf der linken, rechts gefahrene Reifen auf der rechten Seite des Autos. Eine Kreidebeschriftung vermeidet Verwechslungen.
  7. Achten Sie beim Wechsel der Reifen auf die Laufrichtung Ihrer Reifen. Die Laufrichtung muss nach vorne zeigen, da insbesondere Winterreifen somit Schmelzwasser ableiten und bei Schnee und Matsch sehr gut haften.
  8. Das Auto jetzt soweit herabsenken, dass der Reifen leicht den Untergrund berührt.
  9. Mit dem Drehmomentschlüssel die Schrauben kreuzweise festziehen. Achten Sie auf das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment des Herstellers. Zu fest angezogene Schrauben können das Gewinde schädigen und sich schlimmstenfalls lösen.
  10. Reifen nun komplett absenken und die restlichen Autoreifen nach demselben Schema wechseln.

Nachdem Sie die Reifen gewechselt haben, unbedingt den Reifenluftdruck an der nächsten Tankstelle messen. Dieser bestimmt die Lebensdauer und Sicherheit der Reifen. Ebenso sollten Sie nach etwa 50 km die Verschraubung erneut überprüfen und eventuell nachziehen.

Von den richtigen Reifen mit gutem Profil und angemessenem Druck hängt sowohl Ihre Sicherheit als auch die anderer Verkehrsteilnehmer ab.

Reifen wechseln und einlagern

Damit die Reifen eine hohe Lebensdauer haben, müssen sie nach dem Wechsel richtig eingelagert werden.

Der ideale Lagerort für Reifen ist ein dunkler, kühler und trockener Raum.

Tipp: Während der Einlagerung verlieren die Reifen an Druck. Vor dem Einlagern nochmal den Reifendruck um 0.5 bar erhöhen, da Sie somit vermeiden, dass Sie beim nächsten Radwechsel mit platten Rädern zur Luftdruck-Überprüfung fahren.

Wenn Sie die Reifen mit Felgen einlagern, können Sie aufeinanderliegend gestapelt, oder wenn möglich an Haken oder Felgenbäumen aufgehangen werden.

Räder ohne Felgen sollten stehend eingelagert und regelmäßig gedreht werden, um Verformungen zu vermeiden. Dazu sollten sie in regelmäßigen Wochenabständen um eine Vierteldrehung rotiert werden.

Im Herbst ist es ratsam, den Reifenwechsel direkt mit einem Wintercheck für Ihr Auto zu kombinieren, um sich auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Wenn Sie dann wieder auf Sommerreifen wechseln, können Sie einen Frühjahrscheck an Ihrem Auto durchführen.

Reifen wechseln in der Werkstatt

Beim selbstständigen Wechsel der Autoreifen gibt es Grenzen. Fühlen Sie sich unsicher oder überfordert mit der Aufgabe, empfiehlt es sich, auf ausgebildete Mechaniker zurückzugreifen. Außerdem können Sie von Zusatzleistungen profitieren, wie dem Auswuchten Ihrer Autoreifen. Dies erhöht zudem die Stabilität Ihrer Reifen.

Aufziehen neuer Reifen auf die Felgen

Sind die Reifen abgefahren oder zu alt, benötigen Sie neue Reifen. Das Aufziehen von neuen Reifen auf die Felgen sollte am besten in einer Werkstatt durchgeführt werden. Dabei werden die Felgen in eine Montiermaschine gespannt und die neuen Reifen anschließend professionell ausgewuchtet.

Stellen Sie beim selbstständigen Radwechsel fest, dass Ihre Reifen in der kommenden Saison ersetzt werden müssen, vereinbaren Sie am besten direkt einen Termin in einer Werkstatt. Insbesondere durch die Winterreifenpflicht in Deutschland drohen bei zu spätem Wechsel Bußgelder und Punkte in Flensburg.

Ganzjahresreifen als Alternative?

Möchte man sich den Reifenwechsel und Werkstattkosten sparen, so stellen Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, eine attraktive Alternative dar. Sie vereinen Eigenschaften aus Sommer- und Winterreifen, sind in Deutschland allerdings auch nur bei der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben für Winterreifen erlaubt. Diese müssen ein „Alpine“-Symbol - auch als „Schneeflocken“-Symbol bekannt - aufgedruckt haben.

Ganz wichtig: Die M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) ist für neue Allwetterreifen seit dem 01.01.2018 nicht mehr zulässig. Autoreifen, die bis zum 31.12.2017 produziert wurden, besitzen eine Übergangsfrist bis zum 30.09.2024 – danach sind nur noch Allwetterreifen zulässig, die auch ein Alpine-Symbol haben.

Wann sollte ich meine Reifen ersetzen?

Da Autoreifen einen essentiellen Sicherheitsfaktor für Sie sowie für andere Verkehrsteilnehmer darstellen, sollten sie bei folgenden Aspekten ersetzt bzw. gewechselt werden:

  • Bei abgefahrenen oder defekten Reifen
  • Wenn die Profiltiefe der Reifen 1,6 Millimeter unterschreitet
  • Wenn die Reifen älter als 6-8 Jahre sind

Der Wechsel sollte nicht hinausgezögert werden. Jedoch kann auch ein zu früher Radwechsel die Sicherheit gefährden:

Reifenhersteller empfehlen ab einer Temperatur von 7 Grad Celsius den Wechsel auf Sommerreifen. Unter 7 Grad Celsius sollte auf Winterreifen gefahren werden, um Unfälle und Bußgelder zu vermeiden.

Ein entscheidender Faktor in Sachen Sicherheit ist zudem die vorgeschriebene Profiltiefe.

Winterreifen sollten bei einer Profiltiefe ab 4 Millimetern, Sommerreifen ab 3 Millimetern gewechselt werden.

Warum sollte man die Reifen wechseln?

Beschädigte, abgefahrene oder für die Jahreszeit ungeeignete Reifen steigern das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Aus diesem Grund drohen Autofahrern mit ungeeigneter Bereifung Bußgelder und Punkte im Verkehrszentralregister.

Für Sommerreifen gilt ein Fahrverbot bei Glatteis, Schneeglätte und Schneematsch.

Fahren Sie mit abgefahrenen Reifen ohne Behinderung von Verkehrsteilnehmern, so müssen Sie laut § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) mit einem Bußgeld in Höhe von 60€ sowie mit einem Punkt rechnen. Behindern Sie weitere Personen, können es sogar 75€ Strafe sein.

Auch Winterreifen im Sommer haben bei den hohen Temperaturen angesichts ihrer Struktur einen längeren Bremsweg als Sommerreifen, wodurch sie ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Im Falle eines Verkehrsunfalls kann Ihnen von Ihrer Kfz-Versicherung eine Mitschuld zur Last gelegt werden.

Reifen wechseln - Fazit

Wer keine Ganzjahresreifen hat, sollte die Autoreifen zweimal im Jahr wechseln. Der Reifenwechsel außerhalb der Werkstatt spart Wartezeiten sowie Werkstattkosten und kann mit unserer Anleitung auch selbstständig durchgeführt werden. Allerdings sollten Sie beim Aufziehen neuer Reifen und zur Auswuchtung eine Werkstatt besuchen, da man dort über die nötigen Maschinen und Fachkenntnisse verfügt. Die O bis O Regel gibt eine grobe Orientierung für den richtigen Wechselzeitpunkt.

Wir wünschen Ihnen eine allzeit sichere Fahrt!

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