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News: Auto & Verkehr
19.08.2021

E-Auto laden: So geht´s richtig

Elektroautos erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 64.734 Elektroautos und Plug-In-Hybride neu in Deutschland zugelassen. Das entspricht jedem vierten bis fünften Wagen. Bevor man sich ein Elektrofahrzeug anschafft, sollte man natürlich wissen, wo sich die nächste Ladestation befindet und wie der Stromer geladen wird. In diesem Artikel erfahren Sie, was zu beachten ist, um ein E-Auto optimal zu laden, wie Sie Ladefehler vermeiden und staatliche Förderungen erhalten.

Frau tankt E-Auto auf Straße.

Was brauche ich zum Laden eines E-Autos?

Zum Aufladen eines Elektroautos brauchen Sie ein spezielles Ladekabel, welches bei den meisten E-Auto-Anbietern im Lieferumfang inkludiert ist. An öffentlichen Ladestationen wird zusätzlich eine Ladekarte des jeweiligen Ladesäulen-Betreibers - in der Regel Stromanbieter oder Autohersteller - benötigt. Verfügt der entsprechende Anbieter über eine App, ist die Authentifizierung an der Ladestation auch über diese möglich.

Wie lädt man ein Elektroauto?

Es gibt private und öffentliche Ladestationen. Für die öffentlichen Ladestationen müssen Sie eine Ladekarte besitzen oder die App des Herstellers installiert haben. Der eigentliche Ladeprozess bei einem Elektrofahrzeug ähnelt dem Tankvorgang eines Verbrenners, wobei das Laden mehr Zeit in Anspruch nimmt.

So laden Sie ein E-Auto

  1. Motor abstellen.
  2. Per App oder Ladekarte bei der Ladestation anmelden.
  3. Abdeckung des Autos öffnen und mittels Ladekabel mit der Ladestation verbinden.
  4. Ladevorgang starten.
  5. Bei Vollladung stoppt der Ladeprozess automatisch, ansonsten bei gewünschtem Ladestand Aufladung stoppen, von Ladesäule abmelden und bezahlen.
  6. Kabel trennen (zuerst vom Fahrzeug, dann von der Ladestation).
  7. Abdeckung schließen und weiter fahren.

Wie lange dauert das Laden eines Elektroautos?

Die Ladezeit ist von vielen Faktoren abhängig und variiert je nach Modell. Die Akkukapazität (kWh) des Fahrzeugs, die Ladeleistung (kW) des Ladepunkts und die Ladetechnik des Fahrzeugs beeinflussen die Ladezeit eines Elektroautos.
Zur Berechnung der individuellen Ladezeit eines Stromers dient folgende Formel:
Akkukapazität (kWh) / Ladeleistung (kW) * 1.3 = Ladezeit (h).

Beispiel: Ein Elektroauto mit einer Kapazität von 50 kWh lädt an einer Wallbox mit 12 Kilowatt Ladeleistung. Die Ladezeit beträgt ca. 5,5 Stunden.
Aber auch Schnellladungen sind möglich: Mit 50 Kilowatt Leistung können einige Elektrofahrzeuge in etwa 40 Minuten einen Batteriestand von 80% erreichen.

Wie bezahle ich an einer E-Säule?

Mit EC- oder Kreditkarte, per Paypal oder App und mit einer Ladekarte können Sie die Tankladung Ihres Stromers an einer E-Ladestation bezahlen. Um per App zu zahlen, müssen Sie das Anwendungsprogramm des jeweiligen Herstellers zunächst herunterladen, dann den QR-Code an der Ladestation scannen und anschließend den Strom bezahlen.

Einige Hersteller entwickeln eine Bezahlfunktion, die im E-Auto integriert ist. Zukünftig soll so der manuelle Zahlvorgang beim Laden Ihres Stromers ersetzt werden.

Wo kann ich mein Elektroauto laden?

Aufgrund der hohen Nachfrage an Stromern gibt es mittlerweile auch eine Vielzahl an Lademöglichkeiten für Elektroautos. Mit dem passenden Ladekabel können Sie den Stromer an jeder Ladesäule aufladen. Eine Ladesäule, auch Ladestation genannt, umfasst in der Regel zwei Ladepunkte, sodass zwei Stromer an einer Station laden können.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es aktuell in Deutschland rund 48.000 Ladepunkte.

Öffentliche Ladestationen

An öffentlichen Ladestationen, wie bei einer Tankstelle, haben Sie die Wahl zwischen AC- und DC-Ladesäulen.

AC-Ladestationen

Hierbei handelt es sich um Wechselstrom-Ladestationen, das heißt im Auto wird der Strom zu Gleichstrom umgewandelt. Wenn Sie länger als 20 Minuten parken, ist AC-Laden empfehlenswert. Diese Ladestationen leisten zwischen 11 und 22 Kilowatt.

DC-Ladestationen

Sie werden auch als Schnellladestation bezeichnet und sind in der Regel kostenintensiver als AC-Ladestationen. Der Wechselstrom wird bei DC-Ladestationen bereits im Kabel transformiert. DC-Ladesäulen erbringen eine Leistung von meist 50 kW. Viele Tankstellen verfügen über DC-Lader, sodass eine Fahrt nicht lange unterbrochen werden muss. DC-Laden eignet sich für lange Fahrten mit nur kurzen Zwischenstopps.

Tesla Supercharger

Der Supercharger ist eine Schnellladestation mit einer Leistung von derzeit 250 kW. Damit können laut Hersteller innerhalb von 5 Minuten ca. 120 Kilometer Reichweite geladen werden. Zwar lädt der Supercharger aktuell nur Elektrofahrzeuge der Marke Tesla auf, allerdings sollen noch in diesem Jahr auch weitere Hersteller an Superchargern laden können. Auch die Ladeleistung der Säulen wird auf 300 kW erhöht.

Symbol Tipp: Glühbirne

Eine Ladestation soll zum Laden und nicht zum Parken genutzt werden.

Falschparker können kostenpflichtig abgeschleppt oder mit Bußgeldern bis zu 55 Euro bestraft werden. Achten Sie außerdem auf die Parkplatzbeschilderung: Parkplätze mit E-Kennzeichnung sind ausschließlich für Elektroautos und Plug-In-Hybride reserviert. Mehr zu aktuellen Verkehrsschildern lesen Sie auch in unserem Artikel "Deutschlands Schilderwald".

Private Ladestationen

Auch von Zuhause aus können Sie Ihren Stromer laden. Mit einer Wandladestation wird der Ladeprozess bei fachgerechter Installation schnell und sicher durchgeführt. Diese auch als Wallbox bekannte Ladestation wird meist in der Garage oder am Haus installiert.

Lohnt sich ein E-Auto ohne private Ladestation?

Auch ohne eigene Wallbox lohnt sich ein Elektroauto. Auf Parkplätzen in Großstädten, Einkaufszentren, bei Super- und Baumärkten kann mitunter sogar kostenlos aufgeladen werden. Allerdings ist die Ladezeit dort häufig auf eine Stunde beschränkt.

Darüber hinaus bieten viele Arbeitgeber Ladesäulen für Stromer auf Firmenparkplätzen an, wo Mitarbeiter ebenfalls kostenlos laden können. Die Ladeinfrastruktur wird weiterhin ausgebaut, sodass ein Elektroauto auch ohne eigene Ladestation preiswert aufgeladen werden kann.
Laut Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung sollen bis 2030 eine Million öffentlich-zugängliche Ladepunkte installiert werden.

Sie interessieren sich für ein Elektroauto? Hier lesen Sie alle Vor- und Nachteile von E-Autos.

Symbol Bonuszahlung: Geld in der Hand

Förderung privater Ladestationen

Der Staat bezuschusst private Ladestationen inklusive elektrischem Anschluss mit 900 Euro pro Ladepunkt. Aufgrund der hohen Nachfragen war der Fördertopf im Sommer 2021 bereits ausgeschöpft, nun hat der Bund weitere 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit Sie den Zuschuss erhalten können, müssen folgende drei Kriterien erfüllt sein:

  • Die Ladestation verfügt über eine Normalladeleistung von 11 kW.
  • Der Strom wird ohne Ausnahme aus erneuerbaren Energien gewonnen.
  • Die Ladestation ist intelligent und steuerbar, etwa um eine Überlastung der Stromnetze zu vermeiden.

Wenn Sie diese Punkte abdecken, können Sie Ihren Zuschuss für die private Ladestation im Zuschussportal der KfW beantragen.

E-Auto an normaler Streckdose aufladen?

Normale Steckdosen sind nicht für die Leistung ausgelegt, die ein Stromer braucht. Zwar können Sie ihn mit einem speziellen Kabel auch an einer haushaltsüblichen Steckdose aufladen, die Ladezeiten sind dabei allerdings sehr lang. Als Not-Ladeoption können Sie also auf die Steckdose zurückgreifen, als Dauerlösung empfiehlt es sich allerdings nicht.

Symbol für Elektroauto.

Was ist Smart Charging?

Smart Charging bezeichnet ein Konzept zum intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen. Diese Funktion ist mittlerweile in einigen Ladestationen integriert und soll die Ladeinfrastruktur optimieren. Dabei wird der Energieverbrauch zwischen der Ladestation und weiteren vor Ort installierten elektronischen Geräten ausgeglichen. Das bedeutet, dass die verfügbare Stromkapazität der Ladepunkte an einem Ort gleichmäßig verteilt wird. Smart Charging sorgt unter anderem dafür, dass Ihr Elektrofahrzeug immer dann geladen wird, wenn der Strom gerade günstig ist – zum Beispiel nachts. Dadurch sparen Sie zusätzlich Stromkosten.

Wie teuer ist das Laden eines Elektroautos?

An öffentlichen Ladestationen gibt es zum Teil große Preisunterschiede für eine Batterieladung. Allein in Deutschland werden über 200 verschiedene Stromtarife angeboten. Der durchschnittliche Strompreis liegt zurzeit bei rund 0,30 Euro pro Kilowattstunde.

Tipp: Wenn Sie viel unterwegs und auf die öffentlichen Ladestationen angewiesen sind, empfiehlt es sich, einen Lade-Vertrag, bei dem monatlich abgerechnet wird, abzuschließen.

Wie finde ich E-Säulen in meiner Nähe?

Über die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur können Sie die nächste Ladestation für Ihr Elektroauto finden. Des Weiteren verfügt das Navi der meisten Stromer mittlerweile über die Funktion, die nächsten Ladestationen anzuzeigen.

Sind E-Ladestationen auch bei Regen nutzbar?

Auch bei einem Wolkenbruch können Sie das Elektroauto ohne Risiko an einer Ladestation aufladen. Achten Sie natürlich auf die richtige Vorgehensweise beim Laden des Elektrofahrzeugs.

Kann ich einen Plug-In-Hybrid an E-Ladesäulen laden?

Grundsätzlich gilt, dass jedes Fahrzeug mit passendem Ladestecker an einer Ladesäule geladen werden kann, somit auch Plug-In-Hybride.

E-Auto laden im Ausland

Ebenso wie in Deutschland gibt es auch im Ausland unterschiedliche Preismodelle für die Tankfüllung eines Elektroautos. Ein entscheidender Punkt unterscheidet die deutschen Gebühren jedoch von den ausländischen: Das Laden im Ausland ist meist preiswerter.

Unser Tipp: Bezahlen Sie die Tankladung Ihres Stromers im Ausland mit Kredit- oder EC-Karte, per App oder Paypal. Mit der Ladekarte Ihres Anbieters kann es teuer werden. Grund dafür sind die sogenannten Roaming-Gebühren.

Was ist E-Roaming?

Bekannt ist der Begriff Roaming aus dem Mobilfunk. E-Roaming meint, dass mit der Ladekarte an öffentlichen Ladesäulen verschiedener Anbieter Strom getankt werden kann. Beispielsweise wenn Sie mit Ihrem Stromer in den Urlaub fahren und bei einer Tankstelle die Ladesäule eines Herstellers nutzen, bei dem Sie keinen Stromladetarif abgeschlossen haben.

Einige Anbieter – insbesondere im Ausland – präsentieren ihren Kunden an Ladestationen eine sehr hohe Rechnung, häufig bei den ohnehin etwas teureren Schnellladestationen. Hierbei kann es vorkommen, dass der Strompreis verfünffacht wird.

Wir wünschen Ihnen eine sichere Fahrt mit Ihrem Elektrofahrzeug!

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