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Wie funktioniert das „Mitnehmen“ der Schadenfreiheitsklasse?

Bei einem Wechsel der Versicherung können Kunden ihre schadenfreien Jahre mitnehmen. Die Versicherer in Deutschland nutzen dafür das sogenannte VWB-Verfahren. VWB steht für VersichererWechselBescheinigung. Das klingt nach einem Formular, die VWB wird aber nur noch selten in gedruckter Form ausgestellt. In aller Regel tauschen die Versicherer die Informationen auf elektronischem Weg aus. Aber was wird da genau bescheinigt?

Einstieg: der Schadensfreiheitsrabatt

Wer in der Kfz-Versicherung keine Schäden verursacht, erhält einen Nachlass: den sogenannten Schadenfreiheits-Rabatt. Er wird in der Kfz-Haftpflicht und der Vollkasko-Versicherung gewährt. Wer schadenfrei fährt, erhält also die umgangssprachlichen „Prozente“. Wir Versicherer nennen das die „Rabatt-Staffel“.

Die Schadenfreiheitsklasse („SF-Klasse“) hängt davon ab, wie viele Jahre man ohne Schaden gefahren ist. Beispiel: Zwei schadenfreie Jahre bedeuten eine Einstufung in die SF-Klasse 2. Es gibt einige Besonderheiten bei der Einstufung, beispielsweise wenn ein Vertrag erst nach dem 1. Juli eines Jahres begonnen hat. Auf die wollen wir in diesem ersten Artikel aber noch nicht eingehen.

Das VWB-Verfahren – die SF-Klasse „zum Mitnehmen“

Bei einem Wechsel zu einem neuen Versicherer kann die SF-Klasse mitgenommen werden. Deshalb fragen wir nach Abschluss einer Versicherung bei uns nach den Daten des vorherigen Versicherers. Mit diesen Angaben stellen wir dann eine sogenannte VWB-Anfrage elektronisch beim Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV). Der GDV stellt als Mittler und Dienstleister ein entsprechendes Verfahren zum Datenaustausch zwischen den verschiedenen Versicherungen zur Verfügung.

Bei AdmiralDirekt.de erfolgt diese Anfrage vollautomatisch. Jede Kfz-Versicherung hat eine Unternehmensnummer, die sogenannte VU-Nummer. Unser System übersetzt die Angabe des Kunden zum Unternehmensnamen in diese Nummer. Der GDV ordnet entsprechend die Anfrage zu und gibt sie an das betroffene Unternehmen weiter.

Die Dunkelverarbeitung: Licht für die Kostenseite

Jetzt heißt es warten – es kann bis zu mehrere Wochen dauern, bis die Anfrage beantwortet wird. Wir bei AdmiralDirekt.de verarbeiten diese Anfragen von Vorversicherern wie viele andere Versicherer automatisch. Man spricht von „Dunkelverarbeitung“. Sprich: Kein Kollege muss sich diesen Vorgang per Hand vornehmen. Das spart Zeit und Kosten.

Das geht natürlich nur dann, wenn die Daten auch zueinander passen. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Schnelligkeit des Verfahrens beeinflussen. Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise die Versicherungsnummer: Hat der Kunde sie richtig angegeben? Einige Unternehmen haben recht komplizierte, lange Nummern-Konstrukte. Manchmal ist auch noch die Nummer des Betreuers vor Ort hinein kodiert. Das ist für einen Kunden natürlich nur schwer zu erkennen. Gerade für große Wettbewerber haben wir deshalb entsprechende Logiken in unser System programmiert, die die Nummern zurechtstutzen. Und trotzdem ist das ein alltäglicher Fall in unserer Vertragsabteilung: Ein Kollege muss die Versicherungsnummer nachbearbeiten und noch einmal beim GDV anfragen.

Negativ, positiv, gar keine Antwort

Der Standardfall sieht allerdings so aus, dass wir bald nach unserer Anfrage eine sogenannte positive Antwort bekommen. Wenn SF-Klasse und sonstige Angaben übereinstimmen, erledigt das System den Vorgang wiederum automatisch. Stimmen die Angaben nicht überein, wird der Vertrag entsprechend geändert und der Kunde erhält einen Nachtrag zum Versicherungsschein.

Konnte der Vorversicherer aber beispielsweise unter der angegebenen Versicherungsnummer keinen Vertrag finden, erhalten wir eine sogenannte „Negativ-Antwort“. Wir kontaktieren dann rasch unseren Kunden, häufig per E-Mail, und bitten um Überprüfung der Nummer. Häufig ist nur ein Zahlendreher schuld. Unser Versicherungsnehmer kann uns auch einen Scan seiner letzten Beitragsrechnung schicken. Ein Kollege aus der Vertragsabteilung kann dann den „richtigen“ Teil der Nummer auswählen und eine neue Anfrage stellen.

Es kommt auch vor, dass eine Antwort des Vorversicherers gänzlich ausbleibt. Das hat in der Regel nichts mit einer Verweigerungshaltung zu tun, sondern kann verschiedene technische oder organisatorische Gründe haben. Der GDV teilt uns dann mit, dass er auf elektronischem Wege keine Antwort vom Vorversicherer erhalten hat. Auch In diesem Fall kontaktieren wir dann wiederum unseren Kunden– oder direkt den Vorversicherer selbst.

Und da melden Sie sich jetzt erst?

Im Einzelfall kann es sein, dass sich so eine VWB-Anfrage eine ganze Weile hinzieht. Für den Kunden ist das dann verständlicherweise etwas überraschend: Er ist bereits mehrere Wochen versichert und erhält plötzlich eine E-Mail, weil die Übernahme der SF-Klasse nicht geklappt hat.

Im Regelfall läuft bei der Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse alles glatt - der Austausch der SF-Klasse über das VWB-Verfahren geschieht im Hintergrund, ohne dass der Kunde etwas unternehmen muss. Wenn doch etwas schief geht ist das verständlicherweise ärgerlich - schließlich ist der Beitrag von der SF-Klasse abhängig. Vielleicht konnte dieser Artikel die Hintergründe ein bisschen verständlicher machen.

Haben Sie Fragen zum VWB-Verfahren? Posten Sie doch einfach einen Kommentar auf unserer Facebook Seite. Aus allen geposteten Fragen bereiten wir einen Folgeartikel vor, der Antworten auf die häufigsten Anliegen zusammen fasst.

AdmiralDirekt.de erklärt das VWB-Verfahren
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