Die wichtigsten Informationen im Überblick:
Viele Menschen vereint ein Traum: den gewohnten Alltag einmal komplett hinter sich lassen und die Welt bereisen oder einfach neue Dinge ausprobieren. Berufliche Verpflichtungen machen es für die meisten allerdings schwierig, solche Pläne in die Tat umzusetzen. Hier kommen Sabbaticals ins Spiel. Bei diesem Arbeitszeitmodell geht es im Wesentlichen darum, die bisherige Berufstätigkeit alternativ zu gestalten und so mehr Flexibilität im Leben zu gewinnen. Ein Sabbatical dient also dazu, sich für eine längere Dauer vom Arbeitsplatz freistellen zu lassen. Die befristete Pause dauert üblicherweise ein Jahr, daher kommt auch der Name Sabbatjahr. Kürzere oder längere Auszeiten sind ebenfalls denkbar. Das kann je nach gewähltem Modell und individuellen Absprachen mit dem Arbeitgeber sehr unterschiedlich aussehen.
Bei Sabbaticals sind mehrere Varianten möglich. Sie können beispielsweise Sonderurlaub nehmen oder Überstunden und Gehalt auf ein Zeitwertkonto ansparen, um später dann vom Beruf zu pausieren. Häufig vereinbaren Beschäftigte mit ihrem Arbeitgeber eine unbezahlte Freistellung. Wie Sie das Sabbatical nutzen, bleibt Ihnen überlassen: ob für Reisen, Weiterbildungen oder private Angelegenheiten. Die Besonderheit eines Sabbaticals besteht darin, dass Sie nach der Freistellungsphase an den Arbeitsplatz zurückkehren. Demzufolge ist keine Kündigung erforderlich, um für längere Zeit beruflich auszusteigen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen diesbezüglich eine entsprechende Vereinbarung treffen.
Dieses Modell ist bei vielen Arbeitnehmern beliebt, insbesondere für längere und flexiblere Auszeiten. Während eines sogenannten unbezahlten Sonderurlaubs erhalten Sie, wie der Name schon sagt, kein Gehalt und es werden auch keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Achtung: Um Ihren Versicherungsschutz müssen Sie sich während der unbezahlten Freistellung selbst kümmern. Nach der vereinbarten Auszeit kehren Sie regulär an Ihren Arbeitsplatz zurück.
Für kürzere berufliche Auszeiten eignet sich häufig das Modell des Langzeitarbeitskontos. Dabei sammelt der Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum hinweg Überstunden und Urlaubstage an. Diese angesparte Zeit kann nach Absprache mit dem Arbeitgeber, gesammelt als zusammenhängende Auszeit genommen werden. Der Vorteil: Die Freistellung ist durch eigene Mehrarbeit „vorgearbeitet“ und damit finanziell abgesichert.
Darüber hinaus gibt es auch noch das Zeitwertguthaben-Modell, welches auf einem ähnlichen Prinzip basiert, aber erweiterte Möglichkeiten hat. Neben Überstunden können Sie hier auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder sogar Boni ansparen. Auf diese Weise lässt sich ein Sabbatical gezielt und oft schneller realisieren.
Auch beim Lohnverzichts- und Teilzeitmodell finanzieren Sie Ihr Sabbatical im Voraus selbst. Beim Lohnverzicht lassen Sie sich über einen bestimmten Zeitraum hinweg nur einen Teil Ihres Gehalts auszahlen – der Rest wird angespart und später während der Freistellung ausgezahlt.
Zum Beispiel:
Wenn Sie ein einjähriges Sabbatical planen, könnten Sie in den drei Jahren davor jeweils nur 75 % Ihres Gehalts beziehen. Die verbleibenden 25 % werden angespart und im Sabbatjahr gleichmäßig ausgezahlt.
Das Teilzeitmodell funktioniert sehr ähnlich. Nach Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber arbeiten Sie zunächst weiterhin in Vollzeit, erhalten jedoch nur das Gehalt einer Teilzeitkraft. Der Differenzbetrag wird angespart und während des Sabbaticals ausgezahlt. Mit beiden Modellen sichern Sie sich während Ihrer Auszeit ein regelmäßiges Einkommen und bleiben zudem durchgehend sozialversichert.
Zunächst müssen Sie mit Ihrem Vorgesetzten besprechen, ob ein Sabbatical in Ihrem Unternehmen grundsätzlich möglich ist. Neben gesetzlichen Rahmenbedingungen sind dabei vor allem die internen Unternehmensrichtlinien entscheidend. Stimmt Ihr Arbeitgeber einem Sabbatical zu, sollten Sie gemeinsam folgende Punkte besprechen:
Manche Unternehmen haben feste Richtlinien für Sabbaticals, andere entscheiden individuell je nach Fall. In Abstimmung mit der Personalabteilung erfahren Sie, welche Unterlagen zur Beantragung erforderlich sind. Das kann beispielsweise ein formloser Antrag, eine Vereinbarung oder eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag sein.
Kein Anspruch für Arbeitnehmer
Beschäftigte in Deutschland haben keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Sabbatical-Jahr. Ob und in welchem Umfang ein alternatives Arbeitszeitmodell möglich ist, regeln die Vereinbarungen im Arbeits- oder Tarifvertrag. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber daher frühzeitig an.
Eine wichtige Frage lautet, ob die Sozialversicherungen weiterhin bestehen bleiben. Denn sowohl hierzulande als auch fernab der Heimat im Ausland ist es unabdingbar, dass Sie umfassend krankenversichert sind.
Wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber ein Wertguthaben auf einem Arbeitszeitkonto haben, ändert sich in der Regel nichts an der Sozialversicherung. Der Versicherungsschutz bleibt Ihnen also auch während der Pause erhalten. Nehmen Sie dagegen einen unbezahlten Urlaub, müssen Sie sich ab einer Freistellungsdauer von mehr als einem Monat selbst um die Krankenversicherung kümmern. Hierfür kommt beispielsweise eine freiwillige Versicherung bei der Krankenkasse infrage. Ebenso verhält es sich auch mit Ihrer Rentenversicherung. Denken Sie deshalb auch daran, die Beiträge zur Rentenversicherung zu klären, um keine Nachteile bei der Rente zu riskieren.
Ein Sabbatjahr sollte sorgfältig geplant sein. Da kein gesetzlicher Anspruch darauf besteht, müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber alle Details konkret vereinbaren. Sabbatical-Vereinbarungen enthalten unter anderem die Rückkehrbedingungen und Regelungen zur Vergütung. Ohne klare Vereinbarungen kann es Ihnen beispielsweise passieren, dass Ihnen der Arbeitgeber nach der Pause eine andere Tätigkeit im Unternehmen anbietet. Vorteilhaft kann für beide Seiten sein, eine Kündigung während der Dauer des Sabbaticals auszuschließen.
Mit einer Rechtsschutzversicherung sichern Sie sich gegen mögliche Konflikte mit dem Arbeitgeber ab. Die Rechtsschutzversicherung sorgt dafür, dass Sie Ihre Rechte durchsetzen können und kein Kostenrisiko bei einem Prozess tragen.
Für ein Sabbatical sprechen viele gute Gründe. Dennoch sollten Sie in Ihrer Planung auch Nachteile nicht außer Acht lassen. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:
Wenn ein Sabbatical für Sie nicht in Frage kommt, gibt es dennoch verschiedene Alternativen, um Ihre Work-Life-Balance zu verbessern, zum Beispiel durch Homeoffice, Remote Work oder eine Workation. Welche Lösung am besten zu Ihrer Lebenssituation passt, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und den Möglichkeiten im Unternehmen ab. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber oder lassen Sie sich professionell beraten.