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Ein Straßenschild weist auf eine Umweltzone hin, in der nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren dürfen. Im Hintergrund ist eine Straße mit mehreren Autos zu sehen.

Umweltplakette: Wann und wo benötige ich sie?

In Deutschland gibt es 37 Umweltzonen, in denen nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren dürfen. Wir erklären ihre Bedeutung und die Schadstoffgruppen der Autos.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

  • Die Umweltplakette gibt die Schadstoffgruppe eines Fahrzeugs an.
  • In den ausgewiesenen Umweltzonen sind nur noch Autos mit grüner Feinstaubplakette erlaubt.
  • Wer in einer Umweltzone ohne Plakette oder Ausnahmegenehmigung fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
  • Um die Schadstoffgruppe zu ermitteln, hilft ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1: Hier finden Sie die Emissionsschlüsselnummer.

Was ist die Umweltplakette?

Umweltplaketten sind auch unter der Bezeichnung Feinstaubplaketten bekannt. Sie geben an, welcher Schadstoffgruppe ein Fahrzeug zugeordnet ist. Sprich: wie stark ein Fahrzeug mit seinen Feinstaubemissionen die Umwelt belastet. Je niedriger diese Emissionen ausfallen, desto besser ist die Schadstoffgruppe. Nicht zu verwechseln ist diese Einteilung mit der Schadstoffklasse eines Autos. Hierbei handelt es sich um die Emissionsstandards gemäß der Euro-Norm (wie etwa EU 3 oder EU 4).

Umweltplaketten im Überblick

Derzeit gibt es vier Schadstoffgruppen: grüne, gelbe, rote oder keine Umweltplakette.

Die Farbe weist auf die jeweilige Schadstoffgruppe hin:

  • Grün steht für die Schadstoffgruppe 4. Darunter fallen Benziner mit geregeltem Katalysator bzw. der Euro-Norm 1 oder besser. Auch Dieselmotoren der Euro-Norm 4 oder 3 mit Partikelfilter erhalten eine grüne Plakette. Elektroautos, Hybridfahrzeuge und gasbetriebene Fahrzeuge gehören in der Regel ebenfalls dieser Schadstoffgruppe an.
  • Gelb symbolisiert die Schadstoffgruppe 3. Sie umfasst Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 3 oder Euro-Norm 2 mit Partikelfilter.
  • Rot entspricht der Schadstoffgruppe 2. In dieser Kategorie sind Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 2 oder Euro-Norm 1 mit Partikelfilter.
  • Keine Umweltplakette bekommen Benziner ohne geregelten Katalysator und Dieselmotoren der EU-Norm 1 oder schlechter.

Welcher Schadstoffgruppe ein Fahrzeug konkret angehört, hängt vom Emissionsschlüssel ab. Diesen finden Sie in Ihren Fahrzeugpapieren.

Symbol Tipp: Glühbirne

Ausnahmeregelung für Oldtimer

Obwohl Oldtimer nicht den Abgasstandards entsprechen wie moderne Fahrzeuge, sind sie von der Umweltplakette befreit. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen oder dem roten 07-Kennzeichen dürfen deswegen ohne Plakette in den Umweltzonen verkehren.

Was bedeuten die Umweltzonen?

Umweltzonen bezeichnen Gebiete, in denen ausschließlich Fahrzeuge mit bestimmten Abgasstandards fahren dürfen. Dazu gehören überwiegend Großstädte und Metropolregionen, in denen es eine höhere Luftverschmutzung gibt. Hauptursache hierfür ist der motorisierte Straßenverkehr. Das Ziel der Umweltzonen besteht darin, die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid zu reduzieren. Diese Schadstoffe gehen mit erheblichen gesundheitlichen Risiken einher, darunter Entzündungen der Atemwege und vermehrte Ablagerungen in den Blutgefäßen. Seit der Schaffung von Umweltzonen hat sich die Luftbelastung durch den Straßenverkehr verbessert.

Die Umweltzonen in Deutschland sind mit rechteckigen Schildern gekennzeichnet. Die Einfahrt in eine der Umweltzonen ist nur erlaubt, wenn Sie über eine entsprechende Feinstaubplakette im Auto verfügen oder eine Ausnahmegenehmigung haben. Ihre Umweltplakette gilt für alle Umweltzonen bundesweit, unabhängig von der Stadt oder vom Bundesland. Umweltzonen gibt es unter anderem in Berlin, Leipzig, München, Münster, Regensburg, Siegen und Wiesbaden.

Symbol Tipp: Glühbirne

Wo befinden sich die Umweltzonen?

Das Umweltbundesamt stellt eine deutschlandweite Karte zur Verfügung, die Sie über die genaue Ausdehnung der Umweltzonen informiert.

Welche Schadstoffklasse hat mein Auto?

Die Schadstoffklasse eines Fahrzeugs bemisst sich nach den Emissionswerten. Welche Schadstoffklasse Ihr Auto hat, wirkt sich wiederum unmittelbar darauf aus, welche Umweltplakette Sie erhalten. Um die Schadstoffklasse zu bestimmen und daraus die Umweltplakette zu ermitteln, gehen Sie wie folgt vor:

  • Nehmen Sie sich Ihre Zulassungsbescheinigung Teil 1 zur Hand und schauen Sie sich das Feld Nummer 14.1 (bei alten Fahrzeugscheinen: Feld 1) an.
  • Dort sehen Sie einen vierstelligen Schlüssel, etwa „0430“. Bei den letzten beiden Ziffern handelt es sich um den Emissionsschlüssel.
  • Anhand dieses Schlüssels können Sie über Online-Tools (z. B. bei der Dekra) ermitteln, welche Feinstaubplakette Ihr Fahrzeug erhält.

Wo kann ich die Umweltplakette kaufen?

Sofern Ihr Fahrzeug die entsprechenden Standards erfüllt, bekommen Sie die grüne, gelbe oder rote Umweltplakette bei den zuständigen Ausgabestellen. Sie benötigen dafür den Fahrzeugschein (Vorder- und Rückseite). Hier können Sie die Feinstaubplakette für Ihr Auto bestellen:

  • Kfz-Zulassungsbehörden
  • Prüfstellen wie TÜV und Dekra
  • Tankstellen mit Werkstatt
  • Kfz-Werkstätten

Eine Online-Bestellung ist beispielsweise bei der Dekra sowie beim TÜV Süd und TÜV Nord möglich. Die Gebühren hierfür belaufen sich auf ca. 15 bis 20 Euro. Günstiger ist es, wenn Sie die Plakette bei der Prüfstelle direkt vor Ort kaufen. Das kostet meist etwa fünf Euro. Falls Sie ein Fahrzeug mit nachgerüstetem Partikelminderungssystem haben, müssen Sie die Umweltplakette in der Regel vor Ort beantragen.

Wo kommt die Umweltplakette im Auto hin?

Die Umweltplakette muss gut sichtbar im Auto angebracht sein. Befestigen Sie die Plakette auf der Innenseite der Windschutzscheibe – ideal ist dafür der untere Bereich der Beifahrerseite. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Plakette die Sicht des Fahrers nicht einschränkt.

Umweltplaketten haben eine unbefristete Gültigkeit. Sie benötigen allerdings eine neue Plakette, wenn sich bei einer Ummeldung das Kfz-Kennzeichen ändert. Die Feinstaubplakette enthält das Kennzeichen des jeweiligen Fahrzeugs und muss daher mit dem Nummernschild übereinstimmen. Wenn die Windschutzscheibe ausgetauscht werden muss, zum Beispiel bei einem Steinschlag, müssen Sie ebenfalls eine neue Plakette kaufen.

Fahren ohne Umweltplakette oder Ausnahmegenehmigung: Welche Strafen drohen?

Sind Sie unerlaubt in einer Umweltzone unterwegs, zieht das ein Bußgeld von 80 Euro nach sich. Für die Ordnungswidrigkeit sammeln Sie aber keine Punkte in Flensburg. Sie dürfen mit Ihrem Fahrzeug nur in eine Umweltzone fahren, wenn Sie eine grüne Umweltplakette an der Windschutzscheibe kleben haben. Eine Ausnahmeregelung gibt es in der Umweltzone Neu-Ulm: Hier sind Fahrzeuge mit grüner oder gelber Plakette zulässig.

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